Orientierung & Mobilität

Der Unterricht in Orientierung und Mobilität unterstützt Kinder mit Sehbeeinträchtigung dabei, ihre Umgebung sicher zu erkunden und selbstständig Wege zu bewältigen. Mit individueller Begleitung fördern wir Vertrauen, Bewegungsfreude und Unabhängigkeit.

Kinder erkunden Leitsystem auf dem Boden mit Blindenstock

Was ist Unterricht in Orientierung und Mobilität (O&M)?

Kinder und Jugendliche mit einer Sehbeeinträchtigung oder Blindheit erleben ihre räumliche Orientierung und Bewegungsfreiheit eingeschränkt – besonders in neuen oder ungewohnten Umgebungen.

Der Unterricht in Orientierung und Mobilität (O&M) hat das Ziel, ihnen eine selbstständige, sichere und möglichst unabhängige Fortbewegung zu ermöglichen. Dabei werden zwei zentrale Bereiche geschult:

  • Orientierung: die Fähigkeit, die eigene Position in Relation zu wichtigen Objekten, Räumen und Wegen zu bestimmen.

  • Mobilität: die Bereitschaft und Fähigkeit, sich aktiv und sicher in der Umwelt zu bewegen.

Ein frühzeitiger Beginn des O&M-Unterrichts ist entscheidend, um Fähigkeiten nachhaltig aufzubauen und Ängste abzubauen.

Wie findet der O&M-Unterricht statt?

Der Unterricht wird einzeln durchgeführt und ist fest in die Stundentafel der Schüler*innen integriert. Die Inhalte finden statt:

  • in den Räumen und Fluren der LVR-Johannes-Kepler-Schule

  • auf dem Schulgelände

  • im angrenzenden Wohngebiet und öffentlichen Raum

Der Unterricht wird von einer speziell ausgebildeten Lehrkraft erteilt, die eine anerkannte Zusatzqualifikation für Orientierung und Mobilität besitzt.

Was lernen die Schüler*innen?

Im O&M-Unterricht werden wichtige Grundlagen für sichere Fortbewegung vermittelt. Dazu gehören:

  • basale Schutzstrategien (zum Beispiel Techniken zum Schutz des Körpers)

  • Entwicklung von Körper- und Raumschema

  • Aufbau zentraler Begriffe zur räumlichen Orientierung

  • gezielter Einsatz der vorhandenen Sinne

  • alters- und entwicklungsgemäße Mobilität

  • Einführung und Training von Hilfsmitteln wie dem Langstock (wenn notwendig)

Diese Kompetenzen bilden eine wichtige Basis, damit Kinder mit Sehbeeinträchtigung selbstständig handeln und Wege sicher bewältigen können.

Kind ertastet mit Blindenstock Fußboden. Grüne Matten dienen als Hindernisse
Der Einsatz des Blindenstocks gehört fest zum O&M-Unterricht

Zusammenarbeit mit Eltern, Schule und OGS

Nachhaltige Fortschritte im Bereich Orientierung und Mobilität gelingen besonders gut, wenn die erlernten Inhalte regelmäßig im Alltag umgesetzt werden. Deshalb legen wir großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit zwischen der O&M-Lehrkraft, den Eltern, den Klassenlehrkräften sowie den Mitarbeitenden der OGS. Durch gemeinsame Absprachen und das tägliche Üben entstehen Sicherheit, Routine und Selbstständigkeit im Bewegungsverhalten der Schüler*innen.

Fortbildungen und Angebote für Familien und Fachkräfte

Um auch Familien und pädagogischen Fachkräften das nötige Wissen an die Hand zu geben, bieten wir ergänzende Schulungen und Beratungsangebote an. Dazu gehören O&M-Einführungen für neue Kolleg*innen sowie Workshops und Veranstaltungen im Rahmen des Kurshauses.

Diese Angebote richten sich an Eltern, Angehörige sowie Mitarbeitende aus Kindertagesstätten und Schulen. Sie vermitteln grundlegende Kenntnisse über Mobilitätsentwicklung, geben praktische Unterstützungsmöglichkeiten an die Hand und stärken das Verständnis dafür, wie Kinder mit Sehbeeinträchtigung im Alltag sicher begleitet werden können.