Frühförderung

Kinder mit einer Sehbeeinträchtigung oder Blindheit, mit Komplexen Mehrfachbeeinträchtigungen oder erheblichen Auffälligkeiten in der visuellen Wahrnehmungsverarbeitung sind unsere Zielgruppe.

Zwei Playmobil-Figuren, ein Erwachsener und ein Baby, stellen Sehtraining der Frühförderung nach

Frühförderung: Ein guter Start ins Leben

Sehen ist einer der bedeutsamsten Sinne, um die Welt zu erfahren. Es liefert Kindern Orientierung, ermöglicht soziale Begegnungen und unterstützt Bewegungen und Handlungen im Alltag. Wenn das Sehen jedoch eingeschränkt oder verändert ist, bedeutet das für ein Kind eine besondere Herausforderung. Gerade in den ersten Lebensjahren, in denen Entwicklungsschritte rasant erfolgen, ist gezielte Förderung wichtig.

Die Frühförderung der LVR-Johannes-Kepler-Schule setzt genau hier an: Wir begleiten Kinder, die von einer Sehbeeinträchtigung oder Blindheit betroffen sind, von der Geburt bis zur Einschulung. Unser Ziel ist es, das vorhandene Sehvermögen bestmöglich zu nutzen, andere Sinne gezielt einzubeziehen und die gesamte Entwicklung des Kindes positiv zu unterstützen.

Für wen ist Frühförderung gedacht?

Unser Angebot richtet sich an Kinder mit einer Sehbeeinträchtigung oder Blindheit, unabhängig davon, ob weitere Beeinträchtigungen vorliegen. Auch Kinder mit komplexen Mehrfachbeeinträchtigungen oder erheblichen Auffälligkeiten in der visuellen Wahrnehmungsverarbeitung können von der Frühförderung profitieren.

Die Teilnahme ist kostenlos und erfolgt rezeptfrei. Sie kann zusätzlich zu allgemeinen Frühförderangeboten oder therapeutischen Maßnahmen stattfinden. Damit wird gewährleistet, dass Kinder und Familien eine umfassende Unterstützung erhalten – abgestimmt auf ihre individuelle Situation.

Junge schaut sich Straßenpuzzle mit der Lupe an
Frühförderung von der Geburt bis zur Einschulung – jedes Kind lernt bei uns in seinem eigenen Tempo

Darum ist Frühförderung so wichtig

Viele Eltern fragen sich, ob ihr Kind die gleichen Entwicklungsschritte machen wird wie andere Kinder, und wie es am besten unterstützt werden kann. Hier bietet die Frühförderung wertvolle Begleitung: Sie schafft Sicherheit im Umgang mit der Sehbeeinträchtigung, zeigt Fördermöglichkeiten auf und stärkt die Familie als Ganzes.

Eine frühzeitige Förderung kann verhindern, dass Kinder wichtige Entwicklungschancen verpassen. Sie ermöglicht es, vorhandene Ressourcen auszuschöpfen, Selbstbewusstsein aufzubauen und die Grundlage für eine erfolgreiche Teilhabe in Kindergarten und Schule zu legen. Frühförderung ist somit ein entscheidender Beitrag zu einem guten Start ins Leben.

So läuft die Frühförderung ab

Die Förderung findet dort statt, wo sich das Kind am wohlsten fühlt: im vertrauten Zuhause, in der Kindertagesstätte oder in den Räumen der LVR-Johannes-Kepler-Schule in Aachen. So lässt sich der Alltag direkt einbeziehen und gemeinsam mit den Bezugspersonen gestalten.

Im Mittelpunkt steht stets das Kind mit seinen Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen. Im Rahmen der Förderung werden unter anderem Wahrnehmung, Bewegung, Sprache, erste Schreib- und Zahlenerfahrungen sowie alltagspraktische Fähigkeiten spielerisch angebahnt. Kinder lernen den Umgang mit Hilfsmitteln kennen, entwickeln ihre Selbstständigkeit und erfahren, wie sie ihre Umwelt sicher und aktiv erkunden können.

Dabei geht es nicht nur um individuelle Förderung, sondern auch um soziale Erfahrungen: In der Vorschulgruppe, die im Jahr vor der Einschulung einmal wöchentlich stattfindet, erleben die Kinder gemeinsames Lernen in der Gruppe und werden so gezielt auf den Übergang in die Schule vorbereitet.

Tisch mit Frühfördermaterial der Schule
Mit verschiedenen Frühfördermaterialien gestalten wir die individuelle Förderung unserer Schützlinge

Unterstützung für die ganze Familie

Frühförderung bedeutet immer auch, Eltern und Angehörige einzubeziehen. Unsere Fachkräfte beraten und begleiten Familien bei Fragen zur Entwicklung, Förderung und Erziehung des Kindes. Sie helfen, die Auswirkungen der Sehbeeinträchtigung besser zu verstehen, geben Anregungen für den Alltag und unterstützen beim Übergang in Kindergarten oder Schule. Auch sozialrechtliche Fragen oder die Auswahl geeigneter Fördermaterialien können dabei Thema sein.

Darüber hinaus bieten wir Informationsveranstaltungen, Elternabende und Entwicklungsgespräche an. Hier gibt es die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Kontakte zu knüpfen und von den Erfahrungen anderer Eltern zu profitieren. Viele Familien erleben es als entlastend, nicht allein zu sein, sondern sich in einem Netzwerk von Fachkräften und anderen Eltern auszutauschen.

Wir gestalten an vielen Orten, in einem großen Netzwerk, individuell – flexibel – kreativ die barrierefreie Teilhabe.
Teamfoto: Annette Runge

Annette Runge

Schulleiterin

Zusammenarbeit mit Fachleuten

Die Arbeit der Frühförderung geschieht nicht isoliert. Wir kooperieren eng mit Augen- und Kinderärzt*innen, Orthoptist*innen, Therapeut*innen, Kindergärten und weiteren Fördereinrichtungen. So entsteht ein Netzwerk, das die Kinder ganzheitlich begleitet und dafür sorgt, dass medizinische, therapeutische und pädagogische Maßnahmen sinnvoll ineinandergreifen.

Koordinatorin der Frühförderung

Anmeldung zur Frühförderung

Das pädagogische Unterstützungsangebot wird meist direkt von Eltern beantragt und begleitet die Familie und das sehbeeinträchtigte Kind in allen wichtigen Bereichen – im eigenen Zuhause, im Umgang mit der Familie, bei Therapien, im Kindergarten und in der Freizeit.

Im Kindergarten liegt ein Schwerpunkt auf der Beratung und Unterstützung aller beteiligten Personen der Einrichtungen. Diese können bereits vor Aufnahme des Kindes genutzt werden und begleiten die gesamte Entwicklung des Kindes bis zum Übergang in die Schule.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie Ihr Kind anmelden? Bitte kontaktieren Sie unser Sekretariat. Wir beraten Sie gerne zu Ihren Möglichkeiten.

Häufige Fragen zur Frühförderung

Hier geben wir Ihnen Antworten auf die häufigsten Fragen, die in Bezug auf unsere Frühförderung und Beratung aufkommen.